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INSERTIONSTENDINOPATHIEN
31
Tendopathien
-----31.1
Tendovaginitis
-----31.2
Tendinitis
-----31.3 Insertionstendinopathien
Der Begriff
Das Wort Insertionstendinopathien setzt sich aus drei Begriffen zusammen: Insertion ist lateinisch und kann mit hineinpflanzen, hineinfügen, oder auch ansetzen übersetzt werden. Tendino steht für Sehnen und pathien bedeuten Leiden, Schäden, auch Krankheiten. Eingedeutscht handelt es sich bei Insertionstendinopathien also um Se hnenansatzerkran kungen.
Was sind denn überhaupt Sehnen?
Die Sehne ist eine Art Stützgewebe, das die Insertion (= Verankerung, Ansatz) des Skelettmuskels an der Knochenhaut herstellt, bzw. der Übertragung des Muskelzuges auf Knochen an den Muskelenden (als Ursprungs- bzw. Ansat zsehne) dient. Eine Sehne besteht aus Sehnenzellen und -fasern, dem Peritendineum (= Sehnenhaut) und der Interzellularsubstanz (= eine Art Füllmaterial).
Insertionstendinopathien werden auch als Insertionstendopath ien oder An satztendopathien (Ansa tztend inopathien) bezeichnet. Damit werden als Oberbegriff degenerative (= strukturelle und funktionelle Abweichungen von der Norm im Sinne einer Funktionsminderung betreffende) oder entzündliche Störungen/Erkrankungen im Bereich eines Seh nenansatzes beschrieben.
Ist die Ursache entzündlicher Natur (die häufigste Form), so wird die Krankheit als Insertionstend ini tis (Ansa tztend ini tis) bezeichnet.
Ist die Ursache degenerativer Natur, so wird der Begriff Insertionstend inosen (Ansa tztend inosen) verwendet.
Insertionstend inosen (Ansa tztend inosen) können letztlich auch als Enthesiopathie n bezeichnet werden.
Insertionstendinopathien können theoretisch jeden Seh nenansatz im Körper betreffen, treten aber bevorzugt in folgenden Bereichen auf:
El lenbogen: Ellenbogennahe Gelenkknorren des Oberarm knochen s (Epicondylus medialis und lateralis humeri), die Epicondylitis.
Distaler (= Anteil, der von der Körpermitte weiter entfernt ist) Unterarm / Handgelenk: infolge Überbeanspruchung des Griffelfortsatzes (Processus styloideus) der Elle (Styloiditis ulnae) bzw. Speiche (Styloiditis radii).
Schul ter: Supraspinatussehnen-Syndrom
Schambei n: Grazilis-Syndrom (Gracilis-Syndrom)
Kn ie: Patellaspitzensyndrom (Sehnenansat z an der Kniescheibe)
Fuß: Achillodynie (Ansatz der Achillessehne)
Die wohl bekannteste Insert ionstendinopa thie ist der sog. „Tennisarm“ bzw. "Tennisellenbogen", es liegt eine Epicondylitis radialis humeri vor.
Insertionstendinopathien können sehr unangenehm und schmerzhaft sein und im Laufe der Zeit auch chronisch werden.
Symptome (= Krankheitszeichen)
Insertionstendinopathien sind gekennzeichnet durch zum Teil sehr starke Schmerzen im Bereich der betroffenen Sehnenansät ze, die auf Druck noch zunehmen, meist mit Ausstrahlung in benachbarte Strukturen, z. B. Gelenke. Beim Tennisarm oder auch Golferarm beispielsweise ist dies das Ellenbogengelenk. Dies kann dazu führen, daß jede Bewegung im beteiligten Gelen k schmerzhaft wird und so zu Bewegungseinschränkungen führt. Auch die Umgebungsmuskulatur kann zusätzlich sehr verspannt sein. In Einzelfällen treten leichte Gefühlsstörungen auf.
Ultraschall und Röntgenuntersuchung sichern die Diagnose von Insertionstendinopathien.
Ursachen
Insertionstendinopathien liegen im wesentlichen drei verschiedene Ursachen zu Grunde. Diese sind:
Verschleißerscheinungen als Folge von Überlastung (Arbeit, Sport,…)
En tzündungen, z. B. im Rahmen einer chronischen Polyarthritis
Degenerative (arthrotische) Erkrankung
Nichtmedikamentöse Maßnahmen bei Insertionstendinopathien:
Medikamentöse Schmerztherapie:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib
oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln) (z.B.
Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika (z.B. Tramadol,
Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Morphin) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei diesen
Schmerzen eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der
Gewöhnung oder gar
Abhängigkeit
vermieden werden. Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
bei chronischen Schmer
zen hilfreich) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) oder
Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Auch Salbenverbände können versucht werden (z.B. mit Diclofenac).
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Wiederholte Infiltrationen mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel, auch mit Zusatz von Steroiden. Steroide dürfen aber nie in eine geschädigte Seh ne gespritzt werden, da diese die körpereigenen Reparaturmechanismen empfindlich stören.
Nicht selten erweisen sich aber
Insertionstendinopathien als sehr hartnäckig. In diesen Fällen kommt man um eine
gezielte Behandlung im Sinne der
speziellen Schmerztherapie nicht herum.
Sehr hilfreich sind
kontinuierliche Nervenblockaden
mittels eingepflanztem Katheter (= dünner Kunststoffschlauch).
Das
örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser
Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung
der Schmerzreizleitung), damit der Patient nicht immobil wird und begleitend physiotherapeutische Anwendungen möglich
bleiben. Eine solche Blockadebehandlung hat aber noch eine weitere, sehr wichtige
(Neben-) Wirkung:
Es werden dabei nicht nur schmerzleitende Nervenstrukturen blockiert, sondern
auch sog. vegetative Nervenanteile, woraus eine sehr deutliche
Durchblutungssteigerung im Schmerzbereich resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode
besonders bei
Schmerzen,
die durch
entzündliche ((z.B. Insertionstend
ini
tis),
oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte)
Prozesse entstanden sind
(z.B.
Insertionstend inosen), hilfreich ist.
Daß Lokalanästhetika nicht nur schmerzstillend sondern auch auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
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